Unnötiges Abmühen 

„Man kann den Menschen nur vor den Kopf gucken.“, heißt es so schön. Obwohl „schön“ dabei wohl das falsche Wort ist. Ich mag es, überrascht zu werden. Ist es nicht schon verwirrend genug, sich selbst in den Kopf gucken zu können? Für meine Person reicht das schon vollkommen zur endgültigen Verwirrung und Kontrolle liegt mir prinzipiell nicht.

Ich möchte gar nicht wissen, warum O2-Mitarbeiter mich nun zum 4. Mal (!) auf einen erneuten Termin zur Schaltung meines DSL-Anschlusses vertrösten.

Auch will ich nicht wissen, warum der oder die jenige mich anscheinend konsequent vergessen hat.

Mit diesen Beispielen könnte ich noch tagelang weiter machen.

Ahnungslosigkeit lässt viel Spielraum zur Interpretation und das allerbeste daran: das wiederum lenkt vom eigenen Kopfinhalt ab. Allerdings fällt mir immer wieder und auch jetzt auf, dass es schwer ist, zu behaupten, es wäre mir egal, was andere Denken oder welche Beweggründe sie für ihr Handeln oder eben auch Unterlassen haben, wenn ich mir im Nachhinein den Kopf über 20 Szenarien zerbreche, wie diese Beweggründe aussehen könnten.

Schön reden? Hinbiegen, wie man es gerade braucht? Sehr gut möglich. Aber wer macht das nicht?

Viel „aufwändiger“ und komplizierter ist das Ertragen bzw. das Akzeptieren. Und das macht, denke ich, den Unterschied. Ich hinterfrage das Handeln meines Gegenübers zwar, akzeptiere aber, dass ich es sowieso nicht beeinflussen kann. Unnötiges Abmühen muss ja nicht sein. Wer kloppt schon freiwillig mit einem Q-Tip auf eine Scheibe aus Sicherheitsglas ein?

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Ein Gedanke zu „Unnötiges Abmühen 

  1. Wie immer sehr schön geschrieben,
    möchte aber auch diesen Text ohne meinen Kommentar verlassen ,
    ein einfaches 🙂 sagt nix aus :

    Liebe EMMA !

    Das Haus :

    Viele Häuser stehen am Wegesrand, große, kleine, alte ……
    Nicht von jedem willst ich wissen was drin ist und warum.
    Es ist da ! OK

    Manche Häuser betrete ich aber zuerst unbewusst, weil ich eingeladen wurde. Und dann , wenn ich mir den Weg in das Haus gebahnt habe und es für schön befinde , dann unternehme ich vieles um das Haus zu erhalten und schön und Lebenswert zu machen.

    Manchmal ist ja eine Einladung wie ein stummer Hilfeschrei !

    Selbst dann würde ich mit einem Q-Tip gegen die Scheibe klopfen nicht um Gehör zu finden , sondern um Schatten zu werfen um zu zeigen das ich davor stehe und tonlos das Haus betreten kann wenn es erwünscht ist.

    Worte die Dir sicherlich bekannt vorkommen :

    … komm einfach in mein Haus , komm ohne zu klopfen , tritt einfach ein , so kann ich mich nicht verstellen …!

    Oftmals sollte man also einfach eintreten ohne zu klopfen um die Realität des Hauses zu sehen.

    LG Andy

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