„Ätschibätsch!“ 

Sonntage. Ich mag sie nicht. Und sonnige Sonntage aus Prinzip schon nicht.


Ewig muss ich eine Ausrede für mein Gewissen suchen, die es rechtfertigt, faul, krank, müde, depressiv oder was auch immer, im Bett zu liegen und den Tag sinnlos und unproduktiv verstreichen zu lassen.
„Was hockst du schon wieder wie ein Schluck Wasser im Bett? Die komplette Menschheit schafft es doch anscheinend auch, bei dem Wetter vor die Tür zu gehen? Gibt  es eine adäquate Ausrede dafür?“

„Ääääähm“

„Wenn du überlegen musst, gibt es keinen Grund. Raus mit dir!“

„Aber..“

„Nichts aber! Hast du Beine? Offensichtlich. Atmest du? Ebenfalls positiv. Also.. Ab!“

Komplizierter wird es dann, wenn sogar die Sonne scheint. Dann gibt es dem Gewissen gegenüber keine annähernd akzeptable Ausrede, außer den eigenen Todesfall. Aber selbst dann werde ich ja aus meiner Wohnung hinaus getragen. Kurz gesagt: Im Endeffekt muss ich wohl oder übel doch vor die Tür.

An ganz schlimmen, unmotivierten Sonntagen kann ich dann auch mal einen Besuch meines Balkons als „vor der Tür gewesen“ abhaken.

Einfacher wird es, wenn man mit gekonntem Schwung die Gardinen jeglicher Räume zu zieht und das Prachtwetter vor dem Fenster ignoriert. Ein regelrechter Arschtritt für das Gewissen.

„Ätschibätsch!“ Sage ich dann und ziehe mit größter Vorfreude auf meinen Mittagschlaf die Gardinen zu.

Müsste Hagrid regelmäßig Gassi gehen, wäre ich wohl gezwungen, auch an Sonntagen aktiver zu sein. Da das aber nicht der Fall ist und Hagrid mit mir kollegial im Bett um die Wette faulenzt, wird es wohl noch mehrere Wortgefechte zwischen mir und dem Gewissen geben, bis ich schlussendlich doch jedes Mal nachgebe.

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7 Gedanken zu „„Ätschibätsch!“ 

  1. Hmmm Emma ! Eigendlich ist der Wochentag egal , nur am Sonntag ist es auffaelliger .
    Wir sind Gefangene in unseren Welten , in unseren selbsterrichteten goldenen Kaefigen .
    Betreten ist schwer , doch verlassen ,
    schier unmoeglich .
    Uns selbst fehlt die Kraft ihn zu verlassen oder gar einzureissen . So werden die Staebe immer enger , bis wir darin nicht mehr wahrgenommen werden und in ihm ersticken .

    Du nennst es “ Wortgefechte zwischen Dir und Deinem Gewissen “ , ich nenne es. ANGST!!!!!!!!!!!!!!!!!

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    1. Hallo Emma ! Gerade , weil man es kennt , hat man die Angst ( oder sagen wir die Scheu ) davor . Mit der Zeit baut man sich aus dieser anfänglichen Scheu selbst die Gitterstäbe auf bis sie zur Angst werden und man bemerkt es gar nicht , das man sie immer mehr stabilisiert . Klar bemerkt man , daß man sich einengt , doch aus eigener Kraft , schafft man es nicht diese zu zerbrechen .

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