Wenn nur noch das Rauschen der Heizung bleibt.

Jeder, der alleine und dazu schwerverliebt in einer Wohnung lebt, sollte es kennen. 

Die Ruhe. 

So nennt man es noch, wenn man sonst den ganzen Tag mit Geräuschen und Lärm konfrontiert ist. Doch nach einer Weile verwandelt sich diese ominöse „Ruhe“ zu „Stille“. Ein komisches, irgendwie düsteres Wort, das Angst macht. 

7 Wochen ist es her, dass jemand länger als 48h bei mir in meiner Wohnung war. (Hagrid mal davon ausgeschlossen) 

Sowas führt dann dazu, dass man einfach den Plattenspieler im Wohnzimmer laufen lässt, die Tür einen Spalt auf lässt, um die Imlusion zu wahren, es wäre noch jemand außer mir hier. Doch irgendwann ist auch die letzte Platte zum 20. Mal gespielt und gehört und man wird unkreativ. 

Also folgt man den gut gemeinten Ratschlägen seiner Umgebung und wagt sich vor die Tür unter Menschen. Zeit tot schlagen. Schnell wieder Montag. Schnell wieder Uni. Komischer Wunsch. 

Doch wenn ich dann Abends im Bett liege und die Punkte an meiner Raufasertapete zähle, merke ich, dass das einzige Gespräch zwischen mir und einem anderen Menschen nur das mit einer Frau war, die mich nach dem Weg zum Hafen gefragt hatte. Irgendwie traurig. 
Der Lichtblick, nächste Woche für 2,5 Tage Besuch zu bekommen, hilft dabei nur wenig. Natürlich freue ich mich, keine Frage. Ich denke dabei aber gleich wieder zu weit und habe im Hinterkopf, danach wieder 4 Wochen alleine zu sein. Zumal die kommende Woche nur 3 Tage Uni mit sich bringt. Also noch weniger Ablenkung. Wunderbar.

Ich mag zuhören. Leute dabei beobachten, wie sie Gedanken in Worte fassen. Mich mit Ihnen austauschen. Anscheinend stelle ich mich zu blöd dafür an. Für mehr als das übliche „Guten Morgen“ und „Hat der Prof die Vorlesung eigentlich schon hochgeladen?“ reicht es leider nicht, zwischen mir und meinen Kommilitonen. Und das scheint meine Schuld zu sein, denn alle anderen bekommen das ziemlich gut hin. 

Dann kommt am Ende der Woche die Frage auf: Einknicken und zu den Eltern nach Hause fahren, was garantiert wieder zu Streit führt? Oder doch lieber alleine in der Wohnung bleiben, einen Film auf dem Laptop zum 3. Mal sehen und das Bad zum 4. Mal die Woche putzen? 

Ich kann mich nicht entscheiden, ziehe meine Decke über den Kopf, tippe diesen Post, klicke auf „Veröffentlichen“ und lasse den Freitagabend hinter mir. 

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